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Sicher ankommen in der Schule: Üben für die Rad-Reife

Mit dem Beginn eines neuen Schuljahres machen Kinder oft einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Viele wollen dann erstmalig allein mit dem Rad zur Schule fahren. Die gesetzliche Unfallversicherung gibt Tipps, wie sie auf die Herausforderungen des Schulwegs optimal vorbereitet sind.

 

Wie sich Kinder mit dem Fahrrad auf dem Schulweg richtig verhalten, lernen sie am besten durch rechtzeitiges Üben. „Eltern können die Sommerferien nutzen, um den Schulweg mit den Kindern mehrmals mit dem Rad abzufahren und sie auf die spezifischen Gefahren auf dem Weg hinzuweisen. Das gilt insbesondere, wenn ein Schulwechsel des Kindes ansteht und die Strecke völlig neu ist“, sagt Sabine Bünger, Leiterin des Sachgebiets Verkehrssicherheit in Bildungseinrichtungen bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

 

Grundsätzlich gilt: Kinder sollten erst dann allein mit dem Rad zur Schule fahren, wenn Alter und Entwicklungsstand es zulassen. Erst im Alter von mindestens neun Jahren sind Kinder oftmals in der Lage, Verkehrssituationen vorausschauend zu beurteilen und das Rad sicher zu beherrschen. Dazu gehört beispielsweise, einhändig Rad zu fahren. Diese Fähigkeit ist dann wichtig, wenn sie durch Handzeichen anzeigen wollen, dass sie abbiegen möchten. Andere Fertigkeiten wie das Einschätzen von Geschwindigkeiten der anderen Verkehrsteilnehmenden erwerben Kinder erst ab einem Alter von etwa elf Jahren.

 

Ein guter Indikator für die nötige Reife und das entsprechende Know-how ist die bestandene Radfahrprüfung, die in der Regel in der vierten Klasse abgelegt wird. Dabei lernen Kinder unter anderem die Verkehrszeichen kennen und wie sie sich im Straßenverkehr sicher bewegen.


Für den Versicherungsschutz spielt die Prüfung jedoch keine Rolle, betont Sabine Bünger: „Eine bestandene Radfahrprüfung ist keine Voraussetzung dafür, dass ein Kind auf dem Weg zur oder von der Schule versichert ist. Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt grundsätzlich für alle Kinder und Jugendlichen, völlig unabhängig davon, ob und ab welchem Alter sie den Weg zu Fuß, per Rad oder Roller oder aber bei ihren Eltern im Auto zurücklegen.“

 

Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung versichern rund 65 Millionen in Menschen in Deutschland, darunter auch Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur oder von der Betreuungs- bzw. Bildungsreinrichtung. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Unfallkassen rund 89.000 Unfälle auf dem Weg in die Schule, Hochschule und Kita. Das entspricht einem Plus von knapp 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr, liegt jedoch noch weit unter dem vorpandemischen Niveau (2019: 108.787 Schulwegunfälle). Damit die Zahlen weiter sinken, müssen vor allem auch die erwachsenen Verkehrsteilnehmenden Rücksicht üben und aufmerksam sein. Deshalb haben sich Unfallkassen, Berufsgenossenschaften und ihr Spitzenverband, die DGUV, der Initiative #mehrAchtung angeschlossen, einer Kampagne des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) für ein besseres Miteinander im Straßenverkehr.

Ab welchem Alter Kinder den Schulweg allein und mit dem Rad gut meistern, erläutert die Deutsche Verkehrswacht auf dieser Website.

Die DGUV Information 202-094 „Sicher mit dem Rad zur Schule“ fasst zusammen, was zur sicheren Ausrüstung gehört und wie Eltern die Koordinationsfähigkeiten ihres Kindes testen können.